Weinviertelfries

Der Bilderfries von Heinz Cibulka und der „Container“ von Klaus Sattmann vereinen sich mitten in den Weinbergen zu einem durch und durch außergewöhnlichen Kunstschauplatz im Weinviertel – dem ZWISCHENRAUM, einer performativen Behausung für den Weinviertelfries GEMISCHTER SATZ: “Das Weinviertel, seine Kulturlandschaften und seine BewohnerInnen sind Thema des Bilderfrieses von Heinz Cibulka und des von Klaus Stattmann speziell für diesen Fries entworfenen Gebäudes. Cibulka hat ganz persönliche Eindrücke aus seiner Umgebung fotografisch festgehalten. Liebgewonnenes und Verstörendes, Aufregendes und Alltägliches, touristische Klischees und Einsichten, wie sie nur ein hier Heimischer haben kann, stehen dicht neben einander.

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Das Mittel der digitalen Collage erlaubt, dass sich alles auf einer gemeinsamen Bühne trifft. Es entsteht eine imaginäre Landschaft, in der andere Regeln von Raum und Zeit gelten, ähnlich wie in einem Tagtraum oder wenn wir dösend im Zug sitzen und die Landschaft, die vor dem Fenster vorüberzieht, sich langsam mit den Bildern unseres inneren Auges vermischt. Diesen Moment der Bewegung greift die Architektur des Zwischenraums auf, nur dass in diesem Fall nicht der Zug in Bewegung ist, sondern die BetrachterInnen, die aktiv entlang der Bildwelten des Weinviertelfrieses spazieren. Viele der WeinviertlerInnen pendeln täglich mit der S-Bahn zu ihren Arbeitsorten. Die Züge, die wie farbige Strichcodes durch die Gegend huschen, sind bereits zum vertrauten Bestandteil des Landschaftsbildes geworden, ähnlich wie Scheunen, Strommasten oder die großen Silotürme. Unsere Landschaften sind nicht nur Natur sondern immer schon gestaltete und mitunter technisierte Kultur. Indem der Zwischenraum auf dieses Wissen Bezug nimmt, teilt er uns mit, dass er nicht fremd sein will. Und doch ist er anders. Wie die Bildwelt von Heinz Cibulka ist auch die Architektur von Klaus Stattmann sowohl vertraut als irritierend. Die Einzelteile, die Materialien sind alltäglich, beinahe beiläufig. Gleichzeitig bringt seine Machart aus vorgefertigten und hoch gelagerten Seecontainern ein Stück Hafen und somit eine andere Welt ins Weinviertel. Im Mischverhältnis liegt die Würze, wie beim traditionellen Wein der Gegend, dem Gemischten Satz, dem der Fries seinen Namen verdankt. So kann man die Vorstellung durch die vielfältigen Aufführungen dieser "performativen Behausung" mäandern lassen, von den theatralischen Bildwelten Cibulkas, in denen sich Erlebtes zu fantastischen Geschichten überlagert, über die reale Stadtansicht von Mistelbach, die vom Stirnfenster des Gebäudes gerahmt wird, bis zum Horizont der nahen Leiser-Berge im Westen und den Kleinen Karpaten der Slowakei im Osten der Aussichtsterrasse.“ (Text: Angelika Fitz)

 

 


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